Was ist eigentlich Gründercoaching? Wie funktioniert so etwas? Worauf muss man achten, damit ein Coaching sinnvoll und erfolgreich ist? Zeit und Geld soll keiner verschwenden. Hier eine kleine Aufklärung.

Was ist Gründercoaching?

Coaching ist die lösungs- und zielorientierte Begleitung von Gründern. In einem Coaching wird der Gründer durch kontinuierliche Gespräche in Gründungsprozess begleitet, um diesen Prozess so besser inhaltlich und zeitlich zu gestalten. Während des Coachings gibt der Coach gezieltes Feedback, vermeidet aber direktive Interventionen (Ratschläge, Handlungsanweisungen), wie sie beim Consulting und anderen Beratungsformen üblich sind. Ein Coach ist ein Sparringspartner. Durch seine Erfahrungen kann er auf Gefahren hinweisen, Fragen beantworten, Hilfestellung geben, Lösungen vorschlagen. Er vermittelt, welche Punkte erfüllt werden müssen, damit eine Gründung erfolgreich wird und macht deutlich, welche Punkte noch nicht durchdacht/gelöst sind. Letztlich geht es aber vor allem um die Förderung der Selbstreflexion. Also: Alle Antworten und Entscheidungen müssen die Gründer selbst finden/treffen. Die Gründer tragen selbst die Verantwortung dafür, ihren Gründungsprozess intensiv und schnell voranzubringen und die erforderliche Expertise einholt. Denn: Man kann niemanden zum Jagen tragen! Nur die, die für ihr Unternehmen brennen, werden letztlich erfolgreich sein.

Coachingfahrplan

Ein Coachingfahrplan ist die Entwicklung eines Masterplans für die Beratung. Darin sollte stehen, wann genau welche Aufgaben zu erledigen sind, um die Gründung erfolgreich umzusetzen. Erfolg in diesem Sinne bedeutet die Gründung eines Unternehmens und die Sicherung der Finanzierung durch Eigen-, Fremdkapital oder Cash-flow. Auch die Teilnahme an gründungsbezogenen Veranstaltungen wird in den Coachingfahrplan aufgenommen. Der Plan wird vermutlich niemals genauso wie aufgeschrieben umgesetzt, aber darum geht es auch nicht. Wichtig ist die Überlegung, welche Unterstützung wichtig ist und in welcher Reihenfolge sie in Anspruch genommen werden soll.

Ablauf des Coachings

In einem Erstgespräch geht es darum, Vertrauen zwischen Coach und Gründer aufbauen. Es werden grundsätzliche Informationen übermittelt, Probleme identifiziert, Erkenntnisse über Struktur, Defizite und konzeptionelle Überlegungen gesammelt und erste Hausaufgaben festgelegt. Die Erwartungen auf beiden Seiten müssen klar formuliert werden. Die Abstände der folgenden persönlichen Treffen (im Ausnahmefall auch Telefonate) sollten nicht größer als zwei, maximal vier Wochen sein. Bei jedem Treffen werden die Aufgaben, die im letzten Treffen festgelegt wurden, überprüft und neue Aufgaben verteilt nach dem Muster: Wer macht bis wann was? Über jedes Treffen wird ein kurzes Protokoll angefertigt. Wenn Treffen mehr als ein Mal abgesagt oder Aufgaben mehrfach nicht erledigt werden, bestehen ernsthafte Zweifel am Umsetzungswillen der Gründer. Die betreuende Institution wird dann informiert und ein kurzfristiges Krisengespräch angesetzt.

Businessplan als Coachinggeländer

Der Businessplan ist die schriftliche Zusammenfassung des unternehmerischen Vorhabens. Er beschreibt alle wesentlichen strategischen Überlegungen und bildet die Kommunikationsgrundlage für Gespräche mit Geldgebern. Es geht vor allem um die Tätigkeit des Planens: Sie zwingt zum Nachdenken und Strukturieren. Insbesondere wichtig sind die strategischen Fragen: Womit wird Geld verdient? Wieso soll ein Kunde bei mir seine Probleme lösen lassen und nicht bei der Konkurrenz? Wo, wem und wie genau wird das Produkt/die Dienstleistung verkauft? Wo kommt das Geld zur Finanzierung her? Ein Coach wird den Gründer dazu befähigen, seine eigenen Überlegungen in Worte zu fassen. Bei Erarbeitung des Konzepts wird er Hinweise geben, Umstrukturierungen vornehmen, Fragen formulieren, die noch offen sind. Der Kern muss jedoch immer vom Gründer selbst stammen, denn er muss hinter dem Plan stehen und dessen Inhalte gegenüber Dritten vertreten.